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November 2017

Hautleiden bei Transmenschen

Transmenschen können verschiedene Hautleiden haben, die durch langzeitige Fortführung der gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung ausgelöst werden. Im Prinzip ändert sich die Haut in Richtung männlichem oder weiblichem Erscheinungsbild durch die jeweils verabreichten Geschlechtshormone. Die Geschwindigkeit und Ausprägung der Veränderungen hängen von individuellen Voraussetzungen, wie genetische Veranlagung, Konstitution und Alter der Person, und von der Dosierung der Hormone, und der Reaktion der Betroffenen ab. Generell verläuft die Vermännlichung der Haut schneller und eindeutiger als die Verweiblichung der Haut. Bisher bestehen sehr wenige systematische wissenschaftliche Studien über den Verlauf, die Therapieoption, das Therapieansprechen und die Langzeitprognose der jeweiligen ausgelösten Hauterkrankungen.

 

Hautleiden bei Transmännern

Die Hautleiden bei Transmännern sind im Prinzip die Nebenwirkungen von Testosteron-Therapie, wie Seborrhö (fettige Haut und Haare), Akne, Hirsutismus (Überbehaarung) und Haarausfall (androgene Alopezie). Dihydrotestosteron ist das biologisch stärkste Androgen und hauptsächlich für die beobachteten Hautkrankheiten verantwortlich. Unklar ist, ob die Umwandlung des eingenommenen Testosterons zu Dihydrotestosteron bei Frauen anders abläuft als bei Männern. Da Testosteron bei Transmenschen lebenslang verabreicht wird, kann die Therapie sehr herausfordernd sein. Bei Akne wirken sowohl Antibiotica als auch die Retinoide, lokal oder systemisch, suboptimal. Der Hirsutismus und die androgene Alopezie können in dieser Situation nicht mit anti-Androgenen behandelt werden. Die Monotherapie mit Laserepilation bei Hirsutismus und mit Minoxidil lokal gegen androgene Alopezie zeigen sowieso auch bei Patienten ohne gegengeschlechtliche Hormonsubstitution oft eine unbefriedigende Wirkungen.

Ob Bromhidrose (Stinkgeruch), die normalerweise bei Männern häufiger zu spüren ist, auch bei Transmännern ein Problem sein könnte, bleibt abzuklären.

 

Hautleiden bei Transfrauen

Die Wirkungen der Östrogene und Progestagene auf die Haut sind, im Vergleich zu Testosteron, wenig erforscht. Seborrhö, Akne und Körperbehaarung könnten durch die gegengeschlechtliche Hormonbehandlung langsam besser werden. Androgenetische Alopezie, die vor der Geschlechtsänderung bereits manifest ist, könnte trotzdem fortschreiten, und benötigt eine lokale Minoxidil-Therapie. Bestimmte Hauterkrankungen, die in der Pathogenese mit Östrogenen im Zusammenhang stehen, wie Melasma, granuloma pyogenicum, naevoide Teleangiektasie, könnte theoretisch bei Transfrauen wie in der Schwangerschaft auch zunehmen, aber zurzeit liegen keine konkreten Daten vor. Die Prävalenz der Hitzewallung, die normalerweise bei Frauen in der Menopause oder bei Männern durch Androgendeprivation gegen Prostatakarzinom auftreten kann, ist bei Transmenschen unter der Hormonbehandlung bisher wenig untersucht worden. Bekannt ist, dass die Autoimmunerkrankungen, wie Lupus, Hashimoto-Thyreoiditis und rheumatoide Arthritis, mehrheitlich Frauen betreffen, insbesondere im Alter von 20-40 Jahren. Der Krankheitsausbruch von systemischem Lupus erythematodes zeigt eine Assoziation mit der Einahme von Östrogenen. Ob die Autoimmunkrankheiten bei Transfrauen möglicherweise durch eine stetig iatrogene Erhöhung der Östrogenblutspiegel verursacht werden können, ist bislang nicht geklärt, und benötigt eine langfristige, wissenschaftliche Untersuchung. Atopische Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem) und Psoriasis zeigen nicht selten ein Rezidiv oder eine Exazerbation im Erwachsenenalter nach der Schwangerschaft. Ob die Krankheit bei Transfrauen durch die hochdosierte Östrogenbehandlung anders verlaufen könnte, wäre sowohl für die betroffenen Patienten als auch für die betreuenden Ärzte ein wichtiges Thema.

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